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Junge Gemeinde

Im Jahr 2006 wurde die Gemeinde Trappenkamp erst 50 Jahre alt. Jahrhundertelang diente die „Gönnebeker Heide“ als Schafweide. In den 1870er Jahren wurde die Fläche ein Exerzierplatz der preußischen Kavallerie. Um das Jahr 1900 wurde die Fläche aufgeforstet. Ab 1935 errichtete die Wehrmacht hier unter dem Schutz des Tannenbewuchses ein Marinesperrwaffenarsenal.

In dem umzäunten Areal unter dichten Nadelbäumen wurden zehn Jahre lang Seeminen zur Blockade von Flussmündungen montiert, gelagert und per Gleis nach Kiel gebracht.

Nach dem Krieg wurde der Wald von der britischen Besatzung gerodet, in die Bunker wurden Fenster gestemmt und Flüchtlinge – vornehmlich Sudetendeutsche, aber auch Schlesier und Ostpreußen und Pommern – zogen ein und wandelten die Parzellen in Gärten um. Aus ausgedienten Minen wurden Viehtränken.

Die Stichstraßen des Geländes von 600 Metern im Quadrat waren nur nach den Buchstaben des Alphabets benannt. Die Anfangsbuchstaben wurden beibehalten, so wurde aus „A“ unter anderem die Arndtstraße, aus „B“ der Birkengrund.

Seit Ende der 40er Jahre fanden auf dem Gelände die ersten Bebauungen statt. Zwischen 1956 und 1972 wuchs die Einwohnerzahl von knapp 800 auf rund 4000 Menschen an. Trappenkamp war seit die ersten Flüchtlinge eintrafen eine Siedlung, die von Handwerk und Industrie geprägt war. Spielte zunächst die Gablonzer Glasindustrie eine große Rolle, so sind dies heute Betonbau, Getränkeindustrie, Metallbau und Umwelttechnik.

Die schön bebilderte Chronik „Geschichte einer jungen Gemeinde“ verfasste im Auftrag der Gemeinde Trappenkamp der Kieler Historiker Stefan Wendt. Sie ist über das Amt Bornhöved (Tel.: 04323/90 77-0) zu beziehen und kostet 12 €.




Die Chronik von Trappenkamp


Historisch: Straßennamen nach dem Alphabet

Noch heute folgen die Straßennamen mit ihren Anfangsbuchstaben dem Alphabet.